Lange war es auf dieser Seite still. Auch an uns ist die Corona-Pandemie nicht spurlos vorübergegangen. Wie viele kulturelle Betriebe mussten wir umdenken, umstrukturieren und einfach abwarten. Wir hoffen, dass die kommende Zeit nun wieder ein bisschen mehr Entspannung bringt und wir unser Projekt erfolgreich weiterverfolgen können.

Zum Glück konnte der Bau des Ausstellungsraumes wie geplant durchgeführt werden und diese Woche sind unsere Uhren in ihr neues Zuhause eingezogen.

Überall sind noch Kleinigkeiten zu erledigen, aber das Gebäude steht und bald geht es an die Inneneinrichtung. Die Uhren erhalten einen sehr hellen und freundlichen Raum, in dem sie genug Platz zum Atmen haben. In schlichten Farben und reduziertem Design können sie ihre Wirkung entfalten.

Der Ausstellungsraum soll dem Besucher die Möglichkeit bieten, die Uhren in aller Ruhe und ohne Ablenkung betrachten zu können. Erst wer sich tiefergehend mit ihnen beschäftigt, erkennt die Details der Ornamentik, die Feinheit der Uhrwerke oder die Farbschattierungen des Schildpatts.

Pendule Réligieuse Boulle
(ca. 17./ 18. Jh.)

  • Schöne und reich geschmückte französische Boullependule aus Eiche und Nadelholz.
  • Schildpatt und Messing bilden die Marqueterie.
  • Laut Inschriftenkartusche stammt sie von Langlois à Paris. Da die Signatur auf dem Uhrwerk fehlt, können wir nicht genau sagen, um welchen Langlois es sich handelt.

Die Sammlung umfasst derzeit ungefähr 70 Uhren, davon sind vier Standuhren. Der grösste Teil stammt aus dem Frankreich des 18. und 19. Jahrhunderts. Wir haben aber auch einige Berner Pendulen, vier aus Grossbritannien, eine deutsche Standuhr, zwei aus den Niederlande und eine Skelettuhr aus Wien (um 1830).

Skelettuhr aus Wien
(um 1830)

  • Spezielles Uhrwerk mit 4/4-Schlag
  • Drei Zifferblätter mit Angaben zu einmal Datum, einmal Wochentag und einmal Uhr/Wecker
  • 8-Tage Gangdauer

Einige der Uhren behandeln mythologische Themen, wie Jason und das Vlies, der Raub der Europa, Amor und Psyche, der Streitwagen des Telemachos, der Sonnenwagen des Apollo, eine Urania, eine Leda und einige Interpretationen des Chronos. Andere bestechen durch erlesene Materialien, spezielle Uhrwerke oder gar ein Spielwerk.

Sie sind so vielfältig wie ihre Herkunftsgeschichten – Ein Beleg für 35 Jahre Sammelleidenschaft.